Kulturelle Anzüchtung der Tuberkulose-Bakterien

Anzucht der Tuberkulose-Erreger im Labor

Der Goldstandard für den Nachweis von Tuberkulose-Erregern ist die Anzucht einer Bakterienkultur. Dafür gibt es Fest- und Flüssigmedien, auf beziehungsweise in denen die Tuberkulose-Bakterien herangezüchtet werden. Untersuchungsmaterial dafür wird ebenso wie für den mikroskopischen Nachweis von Tuberkulose-Bakterien gewonnen.

Auf festen Medien dauert die Anzucht der Tuberkulose-Bakterienkultur sehr lange; erste Ergebnisse werden frühestens nach zwei bis drei Wochen sichtbar. Für ein sicheres Ergebnis sind bis zu acht Wochen Bebrütungszeit nötig. In Flüssigmedien geht die Züchtung schneller, ein erster Nachweis von Tuberkulose-Bakterien ist bereits nach ein bis zwei Wochen möglich. Ein sicheres Ergebnis braucht allerdings auch mehrere Wochen.

Vorteile der Bakterienkultur

Die Bakterienkultur bietet trotz des langen Zeitraumes einen großen Vorteil gegenüber allen anderen diagnostischen Verfahren. An den gezüchteten Bakterienkulturen können

  • die Wirksamkeit antituberkulöser Medikamente sowie
  • Resistenzen gegenüber bestimmten Wirkstoffen getestet werden.

Die Anlage einer Bakterienkultur zur Resistenztestung ist besonders wichtig, weil die Ergebnisse dieser Tests die Definition der optimalen Wirkstoffkombination für die Therapie ermöglicht, insbesondere dann, wenn die zu Beginn eingeschlagene Therapie (Initialtherapie) nicht ausreichend wirksam ist.