Mikroskopischer Nachweis von Tuberkulose-Bakterien

Ziehl-Neelsen-Färbung oder Auramin-Rhodamin-Färbung

Um die säurefesten Tuberkulose-Bakterien unter dem Mikroskop sichtbar machen zu können, muss das Untersuchungsmaterial der Ziehl-Neelsen-Färbung unterzogen werden. Hierbei wird zuerst mit einem roten Farbstoff gefärbt, der in die Bakterien eindringt und beim anschließenden Entfärben mit Salzsäure in den säurefesten Stäbchen bleibt. Im Mikroskop sind dann rote Stäbchen vor einem blauen Hintergrund zu sehen.

Alternativ kommt auch die Auramin-Rhodamin-Färbung in Frage, die auf dem gleichen Prinzip beruht, aber mit einem fluoreszierenden Farbstoff durchgeführt wird, so dass die Tuberkulose-Bakterien unter dem Fluoreszenz-Mikroskop als gelb leuchtende Stäbchen vor dunklem Hintergrund sichtbar sind.

Vor- und Nachteil der mikroskopischen Untersuchung

Vorteil des mikroskopischen Bakteriennachweises ist die Schnelligkeit, mit der ein Ergebnis vorliegt, wenn eine genügend große Anzahl von Erregern im untersuchten Material vorhanden ist.

Nachteil ist, dass sich mikroskopisch nicht unterscheiden lässt, ob es sich tatsächlich um Bakterien aus dem Mycobacterium-tuberculosis-Komplex handelt oder um andere säurefeste Stäbchen. Insofern ist der mikroskopische Erregernachweis zwar sensitiv, aber nicht spezifisch genug.

Untersuchungsmaterial für die mikroskopische Diagnostik

Als Untersuchungsmaterial für einen mikroskopischen Nachweis von Tuberkulose-Bakterien eignen sich Körperflüssigkeiten und -gewebe je nach Ort der Infektion. Bei einer Lungentuberkulose kommen dafür in Frage:

  • Sputum (ausgehustetes Sekret der Atemwege)
  • Bronchialsekret oder Trachealsekret, das mittels bronchoskopischer Spülung gewonnen wird
  • Flüssigkeiten und Gewebe, die durch Punktion (Einführen einer speziellen Punktionsnadel in den Körper) gewonnen werden, zum Beispiel aus Kavernen oder dem Pleuraspalt bei einem Pleuraerguss.
  • Untersuchungsmaterial für die mikroskopische Diagnostik

Bei einer Organtuberkulose werden Flüssigkeiten und Gewebeproben (Biopsie) je nach infiziertem Organ für eine Untersuchung gewonnen, zum Beispiel:

  • Urin bei einer Urogenitaltuberkulose
  • Gelenkflüssigkeit bei einer Knochen- und Gelenktuberkulose
  • Liquor bei einer tuberkulösen Hirnhautentzündung