Tuberkulin-Hauttest

THT: Mendel-Mantoux-Methode

Nach der ärztlichen Anamnese und einer körperlichen Untersuchung, die meist wenig ergiebig ist, ist der Tuberkulin-Hauttest (THT) nach der Mendel-Mantoux-Methode der nächste Schritt auf dem Weg zur Diagnose.

Hierbei wird eine definierte Menge Tuberkulin, ein Extrakt aus Tuberkulosebakterien, in die Haut des Unterarms injiziert. Hat sich der Getestete im Laufe seines Lebens bereits einmal mit Tuberkulose-Erregern infiziert, reagiert das Immunsystem auf das injizierte Extrakt mit einer spezifischen Abwehrreaktion.

Nachweis einer spezifischen Immunabwehr

Diese Abwehrreaktion ist nur möglich, wenn der Getestete infolge einer früher bereits stattgefundenen Infektion eine spezifische Immunität erworben hat. Als positiv wird der Test gewertet, wenn sich nach etwa 3 Tagen um die Einstichstelle herum eine gerötete, tastbare Verhärtung von bestimmter Größe bildet. Diese ist ein Zeichen dafür, dass körpereigene Abwehrzellen zur Einstichstelle gewandert sind, weil die im Extrakt enthaltenen Bestandteile des Erregers vom Immunsystem sofort erkannt wurden. Das passiert, weil das Immunsystem im Verlauf der früheren Infektion schon einmal Kontakt mit den Tuberkulosebakterien hatte und sie deshalb nun wieder erkennt.

Ein positiver Tuberkulin-Hauttest zeigt jedoch nur an, dass der Betroffene mit Tuberkuloseerreger infiziert ist. Ein positives Testergebnis gibt jedoch keinen verlässlichen Aufschluss darüber, ob der Getestete infolge einer früheren Infektion nur latent infiziert ist, oder ob sich beim ihm eine aktive, symptomatische Erkrankung entwickelt. Um dies zu unterscheiden, sind weitere Untersuchungen erforderlich.

Probleme mit dem Testergebnis

Allein hat der Tuberkulin-Hauttest wenig Aussagekraft hinsichtlich einer frischen Infektion. Der Tuberkulin-Hauttest kann auch falsch positive oder falsch negative Testergebnisse liefern, wenn bestimmte Umstände nicht berücksichtigt werden.

Falsch positiv kann der Tuberkulin-Hauttest zum Beispiel ausfallen,

  • weil der Getestete früher einmal eine Tuberkulose-Schutzimpfung (BCG-Impfung) erhalten hat.
  • weil er nicht 100%ig spezifisch für die Erreger aus dem Mycobacterium-tuberculosis-Komplex ist. Er liefert auch ein positives Testergebnis bei einer Infektion mit anderen, nicht Tuberkulose verursachenden Mykobakterienarten, den so genannten atypischen Mykobakterien, auch kurz MOTT (engl.: mycobacteria other than tuberculosis) genannt.

Falsch negativ kann der Tuberkulin-Hauttest zum Beispiel ausfallen

  • bei einer frischen Erstinfektion, denn der Test kann erst etwa sechs Wochen nach Infektionsbeginn positiv werden. So lange dauert es, bis sich infolge der Infektion spezifische Abwehrzellen herausgebildet haben, die auf das unter die Haut injizierte Extrakt reagieren können.
  • bei immungeschwächten Menschen (zum Beispiel bei einer HIV-Infektion)
  • bei kleinen Kindern und alten Menschen