Miliartuberkulose: Generalisierter Organbefall

Tuberkuloseherde in vielen Organen

Die schwerste Form der Tuberkulose ist die Miliartuberkulose, bei der sich multiple hirse- bis linsenkorngroße (lat.: Milium = Hirsekorn) Tuberkuloseherde entweder in der gesamten Lunge, in den Hirnhäuten oder aber in verschiedenen anderen Organen wie Leber, Milz oder Nieren finden.

Die Symptome der Miliartuberkulose können sich über einen längeren Zeitraum entwickeln oder aber akut auftreten, mit Fieber, Benommenheit und verschiedenen organspezifischen Symptomen je nach Befall. Bei alten Menschen ist auch ein symptomarmer Verlauf möglich, mitunter wird die Diagnose Miliartuberkuluse dann nicht beziehungsweise erst nach dem Tod gestellt.

Die Gefahr, eine Miliartuberkulose zu entwickeln, ist besonders hoch

  • bei Krebspatienten
  • nach Transplantationen
  • bei HIV-Infektion
  • bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus
  • bei Unterernährung.

Unbehandelt endet die Miliartuberkulose fast immer tödlich. Auch mit adäquater Therapie stirbt jeder Zehnte. Je eher die Diagnose gestellt wird, umso höher sind die Überlebenschancen. Wenn das zentrale Nervensystem betroffen ist, kann die Therapie bis zu zwölf Monate dauern, wenn der Erreger nicht resistent ist.