Tuberkulose-Behandlung

Stationäre oder ambulante Tuberkulose-Therapie

Prinzipiell kann eine unkomplizierte und nicht offene (= geschlossene) Tuberkulose im heimischen Umfeld des Patienten behandelt werden. Da der Patient nicht ansteckend ist, kommt es hauptsächlich darauf an, dass die vom Arzt verschriebenen Medikamente korrekt eingenommen werden.

Stationäre Behandlung der Tuberkulose

Tuberkulose ist eine meldepflichtige Infektionskrankheit. Zum Schutz des Erkrankten und/oder der Umgebung kann deshalb eine stationäre Behandlung erforderlich sein. In folgenden Fällen erfolgt eine oder kann eine stationäre Behandlung erfolgen:

  • Bei einer ansteckenden, das heißt einer offenen Tuberkulose: Hier wird der Erkrankte in Isolationszimmern behandelt. Die Therapie im häuslichen Umfeld hätte ein zu hohes Risiko, dass weitere Menschen angesteckt werden. Oftmals herrscht in diesen Zimmern ein Unterdruck, um zu verhindern, dass Tuberkulosebakterien nach außen dringen. Diese Zimmer werden sehr regelmäßig mit speziellen Desinfektionsmitteln gereinigt. Für das Krankenhauspersonal gelten besondere Hygienevorschriften. Der Patient kann wieder entlassen werden, sobald die Tuberkulose-Erkrankung nicht mehr ansteckend, das heißt geschlossen ist. Den Rest der Therapie kann er dann zu Hause fortführen.
  • Bei Komplikationen, schweren Krankheitsverläufen und gegebenfalls bei resistenten Tuberkulose-Bakterien
  • Bei zusätzlichen Erkrankungen (körperlich und/oder psychisch), die den Krankheitsverlauf beeinflussen können
  • Wenn der Verdacht besteht, dass der Patient seine Medikamente nicht regelmäßig oder gar nicht einnimmt

Ambulante, überwachte Behandlung

Insbesondere wenn sich die Symptome der Erkrankung im Laufe der Therapie zurückbilden, besteht die Gefahr, dass dem Patient die Einsicht in die Notwendigkeit der weiteren konsequenten Einnahme der Medikamente abhanden kommt. Ein frühzeitiger Abbruch der Behandlung oder die nicht konsequente Medikamenteneinnahme durch uneinsichtige Patienten fördert jedoch die Resistenzentwicklung, führt zu Therapieversagen und Rückfällen. Er kann dann andere Menschen mit resistenten Tuberkulosebakterien anstecken. Eine Überprüfung der Medikamenteneinnahme gehört deshalb zu den wichtigsten Maßnahmen. In Deutschland kann die Gesundheitsbehörde nachlässige Patienten sogar in eine Spezialklinik einweisen lassen, in der er unter Überwachung der Medikamenteneinnahme solange bleiben muss, bis die Krankheit vollständig ausgeheilt ist.

Deshalb ist es in einigen Fällen notwendig, die Behandlung zu überwachen (Directly Observed Treatment, kurz: DOT).

Hierbei werden die Medikamente unter Aufsicht einer dritten Person eingenommen. Eine DOT wird zum Beispiel empfohlen für

  • Menschen mit Kommunikationsproblemen wie ausländische Patienten mit Sprachproblemen, ältere Menschen und Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen
  • Menschen mit sozialen Schwierigkeiten, zum Beispiel Obdachlose, Menschen ohne festen Wohnsitz
  • Menschen mit Drogen- und /oder Alkoholproblemen.

Die überwachte Therapie sollte nicht als Bevormundung und Gängelung erlebt werden. Letztlich dient sie ausschließlich der vollständigen Gesundung des Patienten und schützt die Allgemeinheit.