Antibiotika-Resistenz

Resistenz – was ist das?

Resistente Mikroorganismen sind solche, die eine hohe Widerstandskraft gegenüber äußeren Einflüssen wie zum Beispiel gegenüber Antibiotika haben. Weniger resistente Bakterien sterben durch Antibiotika ab, resistente überleben, vermehren sich weiter, so dass nun das entsprechende Antibiotikum nichts mehr ausrichten kann.

Bakterien können eine Reihe von komplizierten Mechanismen entwickeln, um Antibiotika-Angriffe abzuwehren und somit resistent zu werden, zum Beispiel:

  • mittels Pumpen in der äußeren Hülle, welche die aufgenommenen Antibiotika wieder nach außen befördern
  • Mutationen, welche die Oberfläche der Bakterienhülle so verändern, so dass Antibiotika nicht mehr an den Bakterien andocken können, um sie zu vernichten
  • Enzyme, die das von dem Bakterium aufgenommene Antibiotikum aufspalten und somit unwirksam machen
  • Ausbildung alternativer Stoffwechselwege, welche diejenigen Stoffwechselwege ersetzen, die durch das derzeit verabreichte Antibiotikum gehemmt werden (Kompensatorischer Stoffwechsel).

Primäre und sekundäre Resistenz

Von einer primären Resistenz spricht man, wenn eine ganze Bakterienart im Zuge der Evolution eine natürliche Resistenz erworben hat. Alle Infektionen, die durch diese Bakterienart hervorgerufen werden, sind dann durch das betreffende Antibiotikum nicht behandelbar. Eine sekundäre Resistenz entwickelt sich dagegen erst im Laufe einer (qualitativ nicht ausreichenden) Therapie und betrifft zunächst nur denjenigen Erregerstamm, der bei dem betreffenden Patienten die Infektion ausgelöst hat.

Verhinderung der Resistenzentwicklung

Um eine Resistenzentwicklung bei den Tuberkulose-Bakterien zu verhindern,

  • muss die Antibiotika-Therapie zwingend über den gesamten Zeitraum durchgeführt und darf nicht vorzeitig abgebrochen werden
  • muss eine Kombinationstherapie aus verschiedenen Antibiotika, die die Tuberkulose-Bakterien gleichzeitig auf unterschiedliche Weise angreifen, durchgeführt werden.