Ansteckung Tuberkulose

Übertragungswege der Infektionskrankheit TBC

Tuberkelbakterien benötigen einen Wirt. Als Reservoir kommt je nach Art des Mykobakterium der Mensch, aber auch Tiere wie Rinder, Schweine, Hunde, Ziegen und andere in Frage. Außerhalb eines Organismus können Tuberkelbakterien bis zu 3 Monate überleben.

TBC: Übertragung durch Tröpfcheninfektion

Fast immer werden Tuberkelbakterien von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion, also über die Luft, übertragen. Das geschieht durch erregerhaltige Tröpfchen mit einer Größer kleiner als 5 µm.

Ansteckungsgefahr: „Offene Tuberkulose“

Nicht jeder, der Tuberkelbakterien in sich trägt, scheidet über Tröpfchen in der Ausatemluft Erreger aus. Voraussetzung dafür ist eine offene Tuberkulose, bei der der Krankheitsherd in der Lunge Anschluss an die Luftwege, also „nach außen“, hat. Nicht jeder, der Tuberkelbakterien einatmet, steckt sich zwangsläufig an, wie das bei anderen durch Tröpfcheninfektion übertragenen Krankheiten häufig der Fall ist, zum Beispiel bei Grippeviren.

Die bakteriellen Erreger der Tuberkulose können durch die Tröpfcheninfektion (Übertragung der Tuberkulose-Bakterien von Mensch zu Mensch) weitergegeben werden. Dies geschieht durch:

  • Husten 
  • Niesen
  • Singen
  • Lachen
  • Sprechen
  • Ausatmen

Die über die Luftwege ausgeschiedenen TBC-Erreger können dann vom Gegenüber eingeatmet werden.

Infektionsrisiko bei Tuberkulose

Ob derjenige, der Tuberkelbakterien einatmet, tatsächlich an Tuberkulose erkrankt, wie hoch also das Infektionsrisiko ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Beispielsweise von:

  • der Häufigkeit und Enge des Kontakts zum Tuberkulose-Kranken
  • der Virulenz (der Ansteckungspotential) der Tuberkelbakterien und
  • von der Immunabwehrlage des Körpers.

Demzufolge gibt es Risikogruppen, die besonders gefährdet und/oder anfällig dafür sind, eine aktive Tuberkulose-Erkrankung zu entwickeln.

Ansteckungsgefahr bei weiteren Tuberkuloseformen

Tuberkuloseformen, die andere Organe als die Lunge betreffen (Organtuberkulose), sind in der Regel kein Infektionsrisiko für andere, es sei denn, die Krankheitsherde haben Anschluss „nach außen“, wie das zum Beispiel bei Kehlkopftuberkulose oder bei der Bildung so genannter Fisteln der Fall ist.

Seltene Übertragungswege für Tuberkulose

In Mitteleuropa so gut wie ausgerottet ist die Rindertuberkulose, die durch Trinken infizierter Milch von tuberkulösen Rindern auf den Menschen übertragen wird. Die Rinderbestände sind hier inzwischen tuberkulosefrei. Außerdem tötet das Pasteurisieren (Erhitzen) der Milch die Tuberkelbakterien ab. Dennoch ist die Gefahr nicht 100%ig gebannt. In der niederländischen Provinz Friesland brach im Sommer 2010 Rindertuberkulose aus. Die infizierten Tiere wurden sofort getötet und der Betrieb unter Quarantäne gestellt.

In anderen Regionen der Welt spielt die Darmtuberkulose allerdings durch den Genuss unbehandelter Rohmilch aus erregerhaltigen Milchtierbeständen durchaus noch eine größere Rolle.

Tuberkulose kann auch auf anderen Wegen direkt übertragen werden: 

  • über kleinste Hautverletzungen, zum Beispiel bei unsachgemäßem Umgang von medizinischem und Laborpersonal mit infektiösem Untersuchungsmaterial und infizierten Instrumenten
  • durch Transplantation eines mit Tuberkulose infizierten Organs
  • durch Intimkontakte bei Tuberkulose der äußeren Geschlechtsorgane
  • durch Schmierinfektion bei Hautläsionen durch zum Beispiel Ekzeme, kleine Risse und Verletzungen
  • auf das neugeborene Kind während der Geburt, wenn die Mutter eine Tuberkulose der Urogenitalorgane hat