Verursacher der Tuberkulose

Robert Koch entdeckt das Tuberkelbakterium

Obwohl Tuberkulose bereits in den Knochen ägyptischer Mumien nachgewiesen worden ist, wurde der Erreger der Tuberkulose, das Tuberkelbakterium, erstmals 1882 durch Robert Koch beschrieben. Mit seiner Entdeckung, dass ganz bestimmte Erreger bestimmte Krankheiten hervorrufen, schuf er die Grundlagen der modernen Bakteriologie.

Bakterielle Erreger

Tuberkelbakterien gehören zu der aus über 100 Arten bestehenden Gruppe der Mykobakterien. Die Tuberkulose auslösenden Arten werden zusammenfassend als Mycobacterium-tuberculosis-Komplex bezeichnet.

Mycobacterium tuberculosis

Mycobacterium tuberculosis ist der mit Abstand häufigste Erreger der Tuberkulose beim Menschen.

Mycobacterium bovis

Mycobacterium bovis ist der Erreger der Rindertuberkulose. Über infizierte, nichtpasteurisierte Milch gelangt der Erreger in den menschlichen Körper. Diese Form der Tuberkulose kommt in industrialisierten Ländern nur noch äußerst selten vor, da die Milchtierbestände nahezu tuberkulosefrei sind. Aus Mycobacterium bovis wurde der BCG-Impfstoff entwickelt.

Die drei anderen Arten des Mycobacterium-tuberculosis-Komplexes können ebenfalls Tuberkuloserkrankungen beim Menschen hervorrufen. Im Vergleich zu dem Erreger Mycobacterium tuberculosis geschieht dies jedoch seltener:

  • Mycobacterium africanum: geografische Variante des Mycobacterium tuberculosis in Westafrika.
  • Mycobacterium microti: das zuerst in Wühlmäusen (lat. Microtus agrestis, daher der Name) nachgewiesen wurde, sich aber auch in Meerschweinchen, Kaninchen, Schweinen und Katzen findet.
  • Mycobacterium canettii: das vermutlich aus Afrika stammt.

Tuberkelbakterien: Auslöser von TBC

Tuberkelbakterien sind gerade bis leicht gebogene, unbewegliche, säurefeste Stäbchen von 1 bis 4 µm Länge mit einer komplexen und widerstandsfähigen Außenwand. Die darin enthaltenen wachsartigen und fettreichen Substanzen machen die Bakterien widerstandsfähig gegen physikalische (Austrocknung, Kälte) und chemische (Säuren, einfache Desinfektionsmittel, bestimmte Antibiotika) Einflüsse.

TBC: Widerstandsfähige Bakterien

Tuberkelbakterien können mit der in der Bakteriologie üblichen Gram-Färbung gar nicht oder nur sehr schwer eingefärbt werden. Ihre widerstandsfähige Zellwand ermöglicht den Tuberkelbakterien, im Inneren von normalen Immunabwehrzellen des Körpers, den so genannten Fresszellen (Makrophagen), zu überleben und nicht „verdaut“ zu werden. Typisch für Tuberkelbakterien ist auch ihr langsames Wachstum im Vergleich zu anderen Bakterien. Deshalb kann eine kulturelle Anzüchtung zum diagnostischen Erregernachweis bis zu einigen Wochen dauern.

Aerob: Tuberkelbakterien brauchen Sauerstoff

Tuberkelbakterien benötigen für Wachstum und Vermehrung Sauerstoff, sie sind also aerob. Bei einer Lungentuberkulose beispielsweise wachsen die Bakterien deshalb besonders schnell an der Wand der gut belüfteten Höhlen (Kavernenwand), die in Folge der Erkrankung entstehen können.